Ultra-Wideband ist jetzt Teil unseres Alltags
Leitartikel
Eine Vorhersage wird wahr
Vor zehn Jahren war Ultra-Wideband (UWB) eine Nischentechnologie für eine Nischenanwendung. Damals wurden auch die Grundlagen von Pozyx an der Universität Gent mit einer Forschungseinheit für präzise Indoor-Positionierung gelegt. Fünf Jahre später, 2015, wurde Pozyx mit der festen Überzeugung gegründet, dass Ultra-Wideband das Potenzial hat, GPS als bekannteste Ortungstechnologie der Zukunft herauszufordern. Zu diesem Zeitpunkt sagten wir voraus, dass UWB innerhalb der nächsten fünf Jahre im Smartphone sein würde. Diese Vorhersage wurde 2019 wahr.
Eine aufstrebende Technologie
Ein Beleg für den Aufstieg von UWB ist die Einführung der Technologie sowohl in der Smartphone- als auch in der Automobilindustrie. 2019 wurde UWB in die Apple iPhones integriert, und weitere Smartphone-Hersteller werden voraussichtlich folgen. In der Automobilbranche wurde UWB vom Car Connectivity Consortium, dem alle großen Marken angehören, als Technologie der nächsten Generation für sicheren schlüssellosen Fahrzeugzugang sowie für mehrere weitere In-Car-Anwendungen identifiziert. Diese Entwicklungen sind mit den Ereignissen Anfang der 2000er-Jahre vergleichbar, als Bluetooth als Standard für drahtlose Kurzstreckenkommunikation eingeführt und in Telefone integriert wurde. Heute werden jährlich 920 Millionen Bluetooth-Chips verkauft. Eine ähnliche Zukunft kann auch für UWB Realität werden.

Diese Fortschritte sind auch der Halbleiterindustrie nicht entgangen, wie die jüngste Übernahme von Decawave durch Qorvo für geschätzte 350 Millionen US-Dollar zeigt. Decawave war ein irisches Startup, das 2014 mit der Markteinführung seines UWB-Chips Pionierarbeit leistete. Qorvo, ein reiner Chip-Anbieter, wird nun die Produktion ausbauen und gleichzeitig Stabilität und Kontinuität für seine Kunden sicherstellen. Qorvo ist im UWB-Bereich nicht allein: NXP steigt gemeinsam mit einer Handvoll kleiner Halbleiter-Startups in den UWB-Chip-Markt ein und wird so weitere Innovationen in dieser Technologie vorantreiben.
Die Zukunft von Pozyx
Im Gegensatz zu den Consumer-Anwendungen in der Mobil- und Automobilindustrie konzentriert sich Pozyx auf den industriellen und professionellen Markt für Ultra-Wideband-Positionierung. Mit unserer UWB-Positionierungsplattform, die auf der Decawave-UWB-Chip-Technologie basiert, können wir eine große Anzahl von Anwendungen in diesen Bereichen ermöglichen. Um Branchen beim Übergang zu diesem neuen Paradigma zu unterstützen, werden wir eine Reihe von Whitepapers mit dem Titel „re:Define“ veröffentlichen: eine Untersuchung, wie sich alle Branchen durch UWB-Indoor-Positionierung neu definieren können.
Unsere Ziele für dieses Jahr sind es, unser Tag-Portfolio zu diversifizieren und neue industrialisierte Versionen sowohl von Tags als auch von Anchors für groß angelegte Implementierungen auf den Markt zu bringen. Den Anfang macht die Einführung unseres neuesten industriellen Anchors im zweiten Quartal. Auf Softwareseite stellen wir auf quartalsweise Releases mit neuen Funktionen und Verbesserungen um. Schließlich möchten wir unser internationales Partnernetzwerk stärken.

Um unsere Ziele zu erreichen, bauen wir das Team weiter aus und stärken unsere Managementstruktur. Zu Beginn des Jahres bin ich von CTO zu CEO gewechselt – ein Zeichen dafür, dass Forschung und Entwicklung für ein Technologieunternehmen von großer Bedeutung sind und dass wir hart daran arbeiten werden, weiterhin das branchenführende Unternehmen für Indoor-Positionierung zu bleiben. Zwei neue Führungskräfte verstärken das Management als CTO (Bert Paquet) und CCO (Yves Ghys). Vadim Vermeiren wird neuer COO.
Wir sind fest davon überzeugt, dass UWB in Zukunft Teil des Lebens aller Menschen sein wird, und Pozyx wird darauf vorbereitet sein!
Samuel, Mitgründer und CEO von Pozyx

Written by
Samuel Van de Velde
CTO & Mitgründer bei Pozyx
Samuel ist Elektroingenieur mit großem Interesse an Ortungstechnologie. Er verfügt über Erfahrung in Unternehmertum, öffentlichem Reden, Produktmanagement, dem Internet der Dinge (IoT) und Machine Learning. Nach seinem Abschluss im Jahr 2010 trat er dem Department of Telecommunications and Digital Information Processing (TELIN) bei, um dort einen Ph.D. zum Thema kollaborative Indoor-Ortung zu verfolgen. 2015 gründete er aus dieser Forschung heraus das Spin-off-Unternehmen Pozyx.

